Kapitel Drei: Die Designer erzählen ihre X100 Geschichte

1Designkonzept: Die Kamera als Metapher.

  • Das Wort Metapher hat seinen Ursprung im griechischen Wort "Metaphora"" welches "Übertragung" bedeutet Im Falle der X100 wollten wir eine Kamera kreieren, die spontane Assoziationen hervorruft. Zum Beispiel soll jeder sofort verstehen, dass es ein Instrument zum fotografieren ist und höchste Bildqualität assoziieren. Die Transformation von Eindrücken wie diesen in eine konkrete Form war der Ausgangspunkt für das Designteam.
  • Für Viele ist die Vorstellung von einer Kamera geprägt von der ersten Begegnung mit Kameras in der Kindheit. Für einige Menschen kann die Kamera zum Beispiel etwas sein, das sie als Kind im Zimmer des Vaters sahen und bewunderten, ein wertvolles Gerät, das sie nicht anfassen durften, jedoch immer eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausübte. Jüngere Generationen sind mit dem Trend zu futuristischem Design, zum Beispiel neuester Mobiltelefone aufgewachsen, empfinden solche Ansätze aber nicht mehr als neu. Im Gegenteil, sie spüren etwas Neues in analoger Handwerkskunst und Präzision, die das Wesentliche an einem Gegenstand herausarbeitet. Genau diese Werte soll das Design der X100 vermitteln.

2Nachdem wir das Design mehrfach überdacht und verfeinert hatten, war eines der ersten Ergebnisse ein gestärktes Bewusstsein über die "Macht der Farbe".

  • In der Modellphase hat das Designteam tatsächlich mit einer großen Bandbreite von Ansätzen experimentiert, vom unkonventionellen beinahe futuristischen Design, das den technologischen Stand heutiger Kameras verkörpert, bis zu eher klassischen Formen. Weil aber die X100 vor allem eine Kamera mit einem extrem hochwertigen Objektiv ist, mit manuellen Bedienelementen und einem großen optischen Sucher ausgestattet, fanden wir, dass ihr Aussehen an die Kameras vergangener Tage erinnern sollte.
  • Der Inbegriff der klassischen Kamera hat ein schwarzes Gehäuse, eingefasst in Bodenteil und oberer Abdeckung mit Bedienelementen, sowie ein integriertes silberfarbenes Objektiv. Die Kombination aus Silber und Schwarz sagt irgendwie sofort "dies ist eine Kamera".
  • Zwar schafft die Wahl dieses Designs einen großen Kontrast zur topaktuellen Technologie im Inneren der Kamera. Die Anwendung des klassischen Farbschemas leistet jedoch einen großen Beitrag, das Grundkonzept der X100 zu vermitteln.

3Die erste Herausforderung: Den Blendenring auf der gleichen Achse positionieren wie das Objektiv.

  • Während des ganzen Designprozesses hat das Designteam Unterstützung von vielen Profifotografen bekommen. Das Ziel war nicht einfach nur eine Kamera mit einem schönen Äußern zu schaffen. Auch die Bedienbarkeit muss sich an den Ansprüchen professioneller Fotografen messen.
  • Etwa zu dem Zeitpunkt, als die Grundform sowie die Position der Wählräder feststanden, rieten uns mehrere Profifotografen dringend zur Implementierung eines Blendenrings. Die Möglichkeit, die Belichtung (der wichtigste Faktor beim fotografieren) einzustellen, während man durch den Sucher sieht, ist ohne Zweifel eine unverzichtbare Funktion.
  • Allerdings stellt im Falle der X100 der Einbau eines Blendenrings ohne Änderung der Größe eine schwierige Aufgabe dar (aufgrund des großen Sensors und lichtstarken Objektivs mit großer Blendenöffnung). Aus Perspektive der Designer war das Team bereit, den Blendenring wegzulassen. Aber die Stimmen der Photographen wurden gehört und dem Team die Augen geöffnet, weshalb diese Funktion notwendig ist. Das Design wurde mit frischem Elan überarbeitet. Das Ergebnis der Anstrengungen ist das Design in der jetzigen Form.

4Das Design umfasst das haptische Erlebnis, Widerstand der Wählräder (Drehmoment), sogar den Klang der Kamera.

  • Damit das Design die Aura eines Luxusobjekts entfaltet, wie ein klassischer Füllfederhalter oder eine Armbanduhr und die Qualität des Materials in jedem Detail auch haptisch spürbar wird, ist jedes Teil präzisionsgefräst aus Metall.
  • Anders als die normalerweise übliche Fertigungsmethode des Pressens, ermöglicht das Fräsen aus Metallblöcken die Herstellung von Bauteilen ohne jede Spur von Druckverformung und mit größtmöglicher Präzision.
  • Die gerändelte Oberfläche an der Seite der 2 Einstellräder ist ein gutes Beispiel. Hier wurden winzige Pyramiden mit quadratischer Grundfläche in 5 Reihen angeordnet. Die Finger finden hervorragenden Halt und die Griffigkeit ermöglicht die Rotation der Räder aus jedem Winkel mit genau dem richtigen Krafteinsatz. Es ist die Präzision beim Fräsen, die es ermöglichte, ein Rad zu gestalten, dass ein angenehmes "Klick" Gefühl vermittelt, wenn es gedreht wird und dabei genau den perfekten Widerstand bietet. Das berühren und drehen des Verschlusszeitrades mit Daumen und Zeigefinger und die Möglichkeit, das Rad für die Belichtungskorrektur allein mit dem Daumen zu bewegen während man durch den Sucher schaut - Dafür wurde das Drehmoment sorgfältig entsprechend der Größe jedes Stellrades angepasst.

5Die druckgegossene obere Abdeckung aus Magnesium ist silberfarben und mit einer speziellen Beschichtung versehen.

  • Druckgegossenes Magnesium ist stabil und leicht und wurde für die obere Abdeckung gewählt, weil mit dieser Fertigungstechnik feine Kurven und Ausformungen gut zu realisieren sind.
  • Allerdings wird dieses Material normalerweise nur für Konstruktionsteile im Inneren von Präzisionsgeräten eingesetzt. Die metallische Qualität als sichtbares Bauteil herauszuarbeiten, macht die Verarbeitung extrem schwierig. Zudem besteht die Gefahr, dass kleine Fehler in der silberfarbenen Beschichtung einen weniger wertigen Eindruck entstehen lassen.
  • Auf der anderen Seite sollte die Abdeckung der X100 keine glänzende Metalloberfläche haben, sondern eher an eine matte Stahloberfläche erinnern, in Harmonie mit ihrem klassischen Charakter. Durch neueste Fortschritte in der Beschichtungstechnologie stehen zahlreiche Verbindungen für die Veredelung von Magnesium zur Verfügung. Bis eine Farbe gefunden war, die exakt dem Image der Kamera entspricht, wurde eine ganze Bandbreite von Beschichtungen ausprobiert. Nach einer systematischen Testreihe verschiedener Materialmischungen, 1-1, 1-2 usw. fand das Team schließlich die erwünschte Farbkombination in Nummer 8-8.
  • Seit der Ankündigung im September 2010 wurde an der Optimierung der Magnesiumoberfläche gearbeitet. Die spezielle Verbindung welche die einzigartige silbermatte Oberfläche der X100 erzeugt, ist das Ergebnis unaufhaltsamer Bemühungen von Designteam und Beschichtungsexperten.

6Gestaltung Objektivlogos.

  • In der Tradition klassischer Kameras vergangener Tage zeigt die Front der X100 weder Produktname noch Marke. Stattdessen sind diese Angaben auf der oberen Platte eingraviert. Das Füllen der Gravur mit Emaille geschieht Buchstabe für Buchstabe in Handarbeit
  • Die Anwendung der gleichen Methode für das Objektivlogo verstärkt die authentische klassische Anmutung und vermittelt den Qualitätsanspruch des Objektivs.
  • Für die Gestaltung des Logos wurden verschiedene Kombinationen ausprobiert. Das Ergebnis überzeugt durch schlichte Eleganz und stellt dennoch ein klares Designstatement dar. Obwohl recht einfach in der Form symbolisiert das Design sehr gut das FUJINON Objektivsystem und unterstreicht die Bedeutung von FUJINON.